Konzept

Eingewöhnung

Die Eingewöhnung ist die Phase der Betreuung, bevor ein Kind regelmäßig in die Kindertagespflege geht. Das Kind wird dabei an die neue Umgebung gewöhnt, ohne dass es der neuen Situation alleine ausgesetzt ist. Die Eingewöhnung von Kleinkindern in die Tagespflege hat dabei besondere Bedeutung. Sie findet in­dividuell am Alter und Bedürfnis des Kindes orientiert statt und bezieht die Eltern aktiv mit ein. Die anfangs notwendige Anwesenheit der Bezugsperson ist schrittweise zu reduzieren. Das Tempo der Eingewöhnung richtet sich nach dem Kind.

Bereits bei der Eingewöhnung eines Kindes ist ein Vertragsverhältnis erforderlich. Der Vertrag ist nicht nur Rechtssicherheit, sondern auch der Beweis dafür, dass wir uns professionell Gedanken über den Verlauf einer Betreuung von der Eingewöhnungsphase bis zur Verabschiedung des Kindes am Ende der Betreuungszeit machen. Kinder in der Eingewöhnungsphase beanspruchen viel Aufmerksamkeit. Wir achten daher genau darauf, wie viele Kinder ggf. zeitgleich eingewöhnt werden können.

 

Nach dem telefonischen Erstgespräch wird ein Termin vereinbart, wo die Eltern mit ihrem Kind in die externen Räume kommen. Bei diesem Termin wird ein ausführliches Gespräch mit den Eltern geführt. Sollte danach ein Vertrag mit uns zustande kommen, wird am ersten Tag das Kind mit Mutter oder Vater eine Stunde bei uns zubringen. Am zweiten und dritten Tag ebenfalls. Ab dem vierten Tag werden es zwei Stunden sein. Zeigt sich in dieser Zeit, dass sich das Kind schon von der Mutter oder dem Vater losgelöst hat, können die Eltern ihr Kind bereits für eine halbe Stunde allein bei uns lassen. Sie bleiben dann natürlich auf Abruf. Geht in dieser Zeit alles gut, wird die Zeit ausgedehnt. Die gesamte Eingewöhnungszeit beträgt 2 Wochen.

Es kann aber auch mehr oder weniger sein. Jedes Kind ist anders und deshalb auch jede Eingewöhnungszeit!

Erziehungspartnerschaft mit den Eltern

Die Eltern sind als Kooperationspartner für uns als Tagespflegepersonen sehr wichtig. Nur wenn wir die Situation der Eltern gut kennen, können wir auf die Bedürfnisse der Eltern eingehen und sie sinnvoll entlasten und unterstützen. Jedes Elternteil oder Elternpaar bringt einen eigenen biografischen Hintergrund, eine spezielle Familienkonstellation mit, die im Gespräch berücksichtigt werden sollte. Um sich gut auf die Eltern einstellen zu können, ist es wichtig die Lebenswelten der Eltern zu erfassen. Wie ist ihre Wertorientierung, welche Ängste, Empfindlichkeiten und Wünsche haben sie.

Die Zusammenarbeit mit Eltern von Kindern unter drei Jahren unterscheidet sich von der mit Eltern älterer Kinder. Es ist ein höheres Ausmaß an gegenseitiger Information zwischen Elternhaus und Tagespflege erforderlich. Zum Beispiel darüber, wie viel und ob ein Kind gegessen oder getrunken hat, wie die Verdauung war, der Schlaf oder das Spiel mit anderen Kindern. Diese Dinge sind Thema in den so täglichen Übergabegesprächen, wenn das Kind kommt und abgeholt wird. Hier werden oft zentrale Fragen der Eltern beantwortet. Je jünger ein Kind ist, umso wichtiger ist es, dass sowohl die Eltern als auch wir als Tagespflegepersonen darauf achten, dass der Beobachtungsfaden nicht abreißt, wenn das Kind in der Familie und in der Tagespflege betreut wird. Wir Erwachsenen müssen uns in den Körper des Kindes einfühlen, um abgestimmt auf die Signale des Kindes antworten zu können.

Da Kleinstkinder noch nicht über ausreichend starke Abwehrkräfte verfügen und gerade zu Beginn der Betreuung häufiger krank sind, befinden sie sich in einer labilen Empfindungsphase. Wir werden daher hauptsächlich auf das körperliche und seelische Wohlbefinden achten, das auch bei Kindern oft deutlich erkennbar zusammenhängt. Hier spielen einfühlsame, liebevolle Bezugspersonen eine besonders wichtige Rolle.

Der Aufbau einer guten Bindung und eine feinfühlige Beziehungsgestaltung sind wesentliche Voraussetzungen für die Jüngsten, um stürmische Zeiten im Leben gut bewältigen zu können.

Damit Kinder fähig werden, mit kleineren und größeren Krisen konstruktiv umzugehen und so die Fähigkeiten für die Bewältigung späterer Belastungen erlernen, brauchen sie Unterstützung im Alltag. Tagespflegestellen spielen hierbei eine wesentliche Rolle. Wir werden im pädagogischen Alltag die Gefühle der Kinder einfühlsam erfassen und sie sprachlich passend begleiten. Bedingungslose Wertschätzung, Vertrauen und Unterstützung bilden die Basis einer warmen und feinfühligen Beziehung, und sind somit die Grundlage für eine besondere seelische Stabilität (Resilienz). Unser gemeinsames Ziel sollte sein, dass die Kinder Vertrauen in sich selbst entwickeln und Überzeugungen aufbauen, mit ihren eigenen Möglichkeiten, Fähigkeiten und Fertigkeiten Probleme bewältigen zu können. Wir wollen die Kinder im Alltag darin bestärken, schwierige Situationen allein oder mit der Unterstützung anderer lösen zu können. Bedingungslose Wertschätzung und Geborgenheit in der Welt sind wesentliche Voraussetzungen, um Vertrauen in die eigenen Kompetenzen entwickeln zu können.

Während Erwachsene häufig auf kleine Kinder Rücksicht nehmen und sich einfühlen, erleben sie im Umgang mit Gleichaltrigen die Konfrontation mit anderen Interessen, Erfahrungen der Konkurrenz und des Aushandelns von Spielthemen und Spielobjekten. Diese Erfahrungen sind notwendig um bedeutsame Bildungs- und Entwicklungsprozesse in der Persönlichkeitsentwicklung zu durchlaufen. Kinder benötigen gleichaltrige Spielpartner. Die sozialen Kompetenzen von Kindern unter drei Jahren entwickeln sich zwar altersabhängig, werden jedoch durch die Möglichkeit zum gemeinsamen Spiel mit Gleichaltrigen wesentlich umfassender gefördert.

Grundregel in unserer Einrichtung ist, dass prinzipiell alle Gefühle in Ordnung sind, jedoch nicht jedes Verhalten akzeptiert werden kann. Konfliktreiche Situationen entstehen häufig dadurch, dass Kinder an die Grenze ihrer Fähigkeiten stoßen und sich nicht anders zu helfen wissen, als ihre Gefühle ungebremst zum Ausdruck zu bringen. Wir können dann die Kinder darin unterstützen, ihre Gefühle zu akzeptieren und angemessen auszudrücken.

Wir werden die Kinder in ihrem Entdecken und Verstehen der Welt mit Aufmerksamkeit und Zeit begleiten, in all ihrem Tun und Erleben ihre geistigen (Kopf), ihre emotionalen (Herz) und ihre praktischen (Hand) Bedürfnisse gleichermaßen befriedigen zu können, unterstützen.

Jedem Kind wird die Zeit zugestanden, die es braucht, um sich zu entwickeln.

Rituale und Werte

Rituale sind eine wichtige Strukturierung des Tages, des Monats, des Jahres und auch des Lebens, um sich selbst und das Umfeld, in dem man sich bewegt, begreifbar zu machen und übersichtlich zu gestalten.

Rituale begleiten uns das ganze Leben und Kinder wünschen sich Wiederkehrendes. Es ist wichtig für sie, dass Dinge auf die gleiche Art und Weise immer wieder getan werden. Rituale sind für Kinder besonders wichtig in Zeiten des Umbruchs, in denen Kinder mit viel Neuem konfrontiert werden, wie zum Beispiel ein Neuanfang In der Kindertagespflege und im Kindergarten.

Wir wollen die Kinder durch Rituale und Tagesrhythmen stärken und in Ihrer Entwicklung unterstützen, sie dienen den Kindern zur Orientierung und Hilfestellung bei vielen alltäglichen Übergängen. Rituale z.B. des Ankommens und Weggehens, Körperhygiene und -pflege, feste und sichere Ess- und Schlafrhythmen geben den Kindern Sicherheit und Stabilität.

Rituale vermitteln aber auch Werte, wie z.B. Gesundheit, Freiheit, Gerechtigkeit, Toleranz, Mitgefühl, Respekt, Umgangsformen, Hygiene usw. Diese Werte werden wir für die Kinder auf spielerische Art und Weise praktisch erfahrbar machen und im Alltag verankern.

„Handeln ohne Werte ist gar nicht möglich, weil wir in allem Tun von Erwartungen ausgehen, die wir an uns oder an andere haben.“

Tagesablauf

Für einen Tagesablauf in der Kindertagespflege ist ein Plan erforderlich, der vorsieht, wann am Tag geschlafen, gegessen, gespielt, experimen­tiert und aufgeräumt wird. Dieser Tagesablauf ist hilfreich, um den Tag sinnvoll für die Kinder zu strukturieren.

07:30h – 08:15h          Empfang der Kinder
08:15h – 08:30h          …und freies Spiel
08:30h – 08:45h          Morgenkreis mit Bewegungsspielen
08:45h – 09:30h          gemeinsames Frühstück und Körperpflege (z.B. Händewaschen, Wickeln)
09:30h – 11:00h          diverse Aktivitäten, wie z.B.
  • Malen, Basteln, Musik, Bewegungslandschaft usw.
  • Spaziergang und / oder Spielplatz (wetterabhängig)
11:00h – 11:30h          freies Spiel und Körperpflege (z.B. Händewaschen, Wickeln)
11:30h – 12:15h          gemeinsames Mittagessen
12:15h – 12:30h          Zähneputzen und ggfls. Körperpflege
12:30h – 14:15h          Ruhe-/ Schlafzeit
ab 14:30h                   gemeinsames Spielen bis zur Abholung der Kinder.

Dieser Tagesablauf kann aber auch individuell abgeändert und flexibel gestaltet werden, denn die Bedürfnisse der Kinder stehen im Vordergrund und nicht der Zeitplan.

Selbstverständlich wird nach Bedarf und nicht nach Zeitplan gewickelt!

Getränke stehen jederzeit zur Verfügung.

Hygiene

Vor- und nach dem Essen werden wir die Hände waschen. Nach dem Mittagessen werden wir zusätzlich die Zähne putzen. Gesunde Milchzähne sind ganz entscheidend für einen guten Start in die Mundgesundheit und eine gute Entwicklung der bleibenden Zähne. Die Zahnpflegeschule von der Landesarbeitsgemeinschaft zur Förderung der Jugendzahnpflege betreut seit geraumer Zeit auch den U3-Bereich. In regelmäßigen Abständen werden wir von einer Prophylaxefachkraft besucht. Sie vermittelt mit uns altersgerecht richtige Zahnpflege und zahngesunde Ernährung. Diese Informationen und Anschauungsmaterial leiten wir gerne an die Eltern weiter.

Sauberwerden ist ein Reifungsprozess, der sich durch Üben und Trainieren nicht beschleunigen lässt. Den Ablauf und die Geschwindigkeit der Entwicklungsschritte beim Sauberwerden steuert das Gehirn, sie können von außen nicht beeinflusst werden. Die Nervenverbindungen zwischen Gehirn und Blase müssen erst fertiggestellt und ausgebaut sein, damit das Kind die volle Blase spüren kann. „Aufs-Töpchen-setzen-bis-was-kommt“ hat keine Auswirkung auf den Zeitpunkt des Sauberwerdens. Wenn ein Kind seine Blase bereits kontrollieren kann, ist der richtige Moment, mit der Sauberkeitserziehung zu beginnen. Dies wird dann von uns einfühlsam unterstützt!

Ernährung

Ruhe- und Schlafzeit

In den ersten drei Jahren wird die Fähigkeit zur Konzentration durch eine gute Mischung von Bewegung und Ruhe entwickelt. Jedem stürmischen Spiel sollte auch eine Phase der Besinnung und Ruhe folgen.

Besonders nach dem Mittagessen werden wir eine Zeit gestalten, in der die Kinder zur Ruhe kommen, um für die zweite Hälfte des Tages Kraft zu tanken. Wir werden mit den Kindern in unseren dafür vorgeseh­enen Ruhe- und Schlafraum gehen, der mit Teppichboden, Kinderbetten, Matratzen, Decken, Kissen und Kuscheltieren gemütlich eingerichtet wurde.

Wir werden eine ruhige Atmosphäre schaffen, indem wir den Raum abdunkeln und leise etwas vorlesen oder erzählen um dann die Augen zu schließlich und einzuschlafen.

Musik

Ein Bestandteil unserer Arbeit ist die Musik. Wir haben eine große Trommel mit einem 60 cm Durchmesser. Sie kann auf den Tisch, aber auch auf dem Boden bespielt werden. Alle Kinder können gleichzeitig auf ihr trom­meln. Wir werden Lieder mit der Trommel unterstützen.

Das gemeinsame Singen, Klatschen, Trommeln und Sprechen fördert das Gefühl für Rhythmus, Melodie und Sprache.

Sprache

Der Spracherwerb ist abhängig von der genetischen Anlage, der Nachahmung von Sprachvorbildern und sozialer Interaktion der Kinder mit ihrer Umwelt.
Wir Erwachsenen dienen als Sprachvorbilder und sollten die Kinder in ihrem Spracherwerb ernst nehmen, d.h. wir sollten nicht in die sogenannte „Kleinkindsprache“ verfallen. Bei uns in der Einrichtung werden wir mit den Kindern nicht gezielt Wörter üben, sondern sie spielerisch ermuntern zu sprechen. Wir möchten die Sprachfreude erhalten und Situationen schaffen in denen die sprachlichen Fähigkeiten angeregt und unterstützt werden.

So werden bei uns viele Bewegungslieder gesungen, zum Beispiel im Morgenkreis und manchmal auch auf dem Trampolin. Des Weiteren singen wir beim Spielen. Zwischendurch erfolgen Finger- und Kniereiterspiele. Aber nicht nur durch Lieder werden die Kinder angeregt, sondern auch durch Bücher. Einige Bücher sind den Kindern immer zugänglich und Andere werden nur mit uns angeschaut, z.B. themenorientierte Bücher (Jahreszeiten etc.). Die Mundmotorik ist ein wichtiger Bestandteil beim Sprechen lernen, wie wir sie fördern erwähnten wir bereits in unseren Erziehungszielen (s. Motorik).

Durch den ständigen Dialog mit den Kindern stellen wir fest, wie schnell Sie neue Wörter lernen und diese auch richtig einsetzen.
Jeder Begriff wird zuerst einmal körperlich erfahren, z.B. hüpfen, krabbeln, springen etc., dafür sind unsere Bewegungslieder sehr hilfreich.
Adjektive und Adverbien, z.B. leicht, weit, schnell usw., lernen die Kinder durch die sprachliche Begleitung ihres Handelns.

Die Kinder lieben Wiederholungen, immer und immer wieder das gleiche Lied, das gleiche Buch. Uns mag das langweilig erscheinen, doch den Kindern gibt es die Sicherheit, um neue Wörter im Gehirn zu verankern.

Das wichtigste ist uns aber die Beschäftigung mit den Kindern. Sie lernen neue Wörter in allen Alltagssituationen und im Spiel mit anderen Kindern, so dass sie nicht gezielt gefördert werden müssen.

Handpuppen

In unserem Tagesablauf werden auch immer wieder unsere Handpuppen einen großen Beitrag leisten. Sie sollen den Kindern helfen ihre Hemmungen zu überwinden und ihre Gefühle besser auszudrücken. Erfah­rungsgemäß haben die „Aussagen“ der Handpuppen für die Kinder einen sehr hohen Stellenwert!

Tiere

Elternpflichten

Portfolio

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Gewaltschutzkonzept – bald verfügbar
Über uns

In unserer Kindergruppe werden bis zu 10 Kinder im Alter von 0 – 3,5 (bis Eintritt Kindergarten) gleichzeitig betreut. Wir achten sehr auf eine altersgemischte Gruppe.

Unsere Betreuungszeiten

Mo.-Fr.: 07:30 - 15:30 und nach Absprache!

Telefonnummern:

Manuela Flegel - 0172 54 38 486
Susanne Illner - 0172 96 79 005

Adresse

Hastedter Knöpfchen

Sodenstich 67

28207 Bremen